Wahlcomputer sind sicher.

Dass die Mitarbeiter im Bundesinnenministerium demokratieliebende Datenschützer sind, wissen wir bereits. Deren Zuneigung zu technischen Spielereien wie Videokameras, Datenbanken (oder wie wärs doch damit: Daten-Fonds – jeder wirft was rein!) und winzig kleinen Funkchips ist ebenso wohlbekannt und vielfach dokumentiert.

Die Interpretation des Wortes “Sicherheit” bekommt nun aber doch einen neuen Schliff: Das Bundesinnenministerium mag Wahlcomputer – immer noch und trotz der ausgiebigen Debatte zum Thema. Nun ist es nicht so, dass in letzter Zeit neue, bahnbrechende Argumente für die Nutzung von Wahlcomputern aufgekommen sind.

Also mal eben frei eine Pro/Contra-Liste erstellt:

  • Pro: Wahlcomputer erleichtern die Wahl. Direkt nach der letzten abgegebenen Stimme lässt sich der Wahlausgang in einem Wahlkreis bestimmen.
  • Pro: Personaleinsparung: Man braucht keine Wahlhelfer mehr (zu bezahlen). Achso, da waren ja noch die IT-Spezialisten… naja – hätte ein schönes Argument abgegeben.
  • Pro: … bitte als Kommentar posten …
  • Contra: Fehlerfreie Computer sind im Moment eine sehr, sehr ferne Vision. Was ist, wenn aufgrund eines Bugs der Wahlcomputer nach der Hälfte des Wahltages abstürzt und seine Ergebnisse vergisst – nur weil der Wahlausgang vorher vom Hersteller als unwahrscheinlich abgetan und damit in der Software nicht berücksichtigt wurde?
  • Contra: Komponentenvielfalt: Hand aufs Herz – weißt du, was in deinem Rechner vor dir gerade in diesem Moment alles von dir unbemerkt passiert? Wie war das doch zum Beispiel mit dem Bundestrojaner? Den bemerkt man doch, oder?
    Ein Computer ist ein System. Ein System besteht aus vielen Komponenten die alle jeweils eigene potentielle Schwachstellen (oder (gewollte) Fehler) haben.
  • Contra: Nachprüfbarkeit: Hahaha, das glaubst du doch bei Wahlcomputern nicht im Ernst, oder?
  • Contra: Kosten: So ein Wahlcomputer will hergestellt, gewartet, sicher verwahrt, regelmäßig getestet und zertifiziert und für jede Wahl neu programmiert werden.
    Die Wahlhelfer gibts für eine Aufwandsentschädigung – ein kleiner Beitrag, Politik weniger abstrakt erscheinen zu lassen.

Naja, vielleicht ists nur eine Aufwärmübung fürs Sommerloch…
Noch ein paar Links zur Meinungs- und Wissensbildung:

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